Foto: Helmut Stampka

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Zur Paterlhütte im Kreuzberger Wald

Wanderung des Waldvereins Freyung

Standorte alter Glashütten, alter Säumerpfade und alter Naturdenkmäler zeigt der Naturschutzwart der Waldvereinssektion Freyung Elmar Hartl in der Regel den Teilnehmern bei seinen Wanderungen durch Wald und Flur. So auch bei seiner neuesten Wanderung im Kreuzberger Wald. Drei Ziele peilte Herr Hartl bei dieser Wanderung an: eine Denkmal, das an der Stelle eines Jagdunfalls im Jahr 1917 errichtet wurde, ein alter Grenzstein mit zwei verschiedenen Nummern und den Standort einer ehemaligen Glashütte im Hundswinkel.

Am Parkplatz der Sportanlage in Mauth begann die Wanderung in südöstlicher Richtung durch den Kreuzberger Wald. Nach einer kurzen Strecke auf dünn beschneiten Waldwegen erreichten die 14 Teilnehmer das erste Ziel der Wanderung, das Denkmal „Mater Dolorosa“, welches an der Stelle errichtet wurde, wo im Jahre 1917 ein Vorfahre des bekannten Hilz-Geschlechtes bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen ist. Es ist ein schönes und beeindruckendes Denkmal, das man in einer solchen Umgebung kaum einmal zu sehen bekommt und normal auch nicht erwartet.

Am zweiten Ziel angekommen bekamen die Wanderer einen alten Grenzstein zu sehen, der kuiroser Weise zwei Nummern hatte. Der Naturschutzwart deutete dies wie folgt: Auf der einen Seite weist der Grenzstein auf die Grenze des Kreuzberger Waldes hin mit der Markierung „GK 52“. Die Rückseite verwies dagegen auf den Eigentümer des Nachbargrundstückes (Hilz) mit der Nummer 38. Nach einem kurzen Stopp marschierte die Gruppe dann weiter zum interessantesten Ziel der Wanderung im sog. Hundswinkel. Dieser Name weist nach Ansicht des Naturschutzwartes auf einen Bergbau hin. Denn früher hatte man zum Materialtransport im Bergbau Hunde eingesetzt, heute machen diese Arbeit die „Loren“. So versteht man auch bei dem Sprichwort „Da liegt der Hund begraben“ in Wirklichkeit „Da liegt der Schatz begraben“. Deutliche Hinweise auf einen Glashütten-Standort waren nicht zu erkennen. Aber auf einem unbewachsenen flachen Hügel waren kleine Bruchstücke von Glasschmelzhäfen (Behälter, in denen das Material zur Glasherstellung geschmolzen wird) und Abfall aus einer Perlenproduktion zu sehen, was bedeutet, dass hier einmal eine „Paterlhütte“ (eine Glashütte, die Glasperlen erzeugte) stand.

Die Teilnehmer bedankten sich beim Naturschutzwart für die interessanten Erläuterungen und die schöne Wanderung durch den Kreuzberger Wald und traten den Rückweg nach Mauth an, wo im Gasthof Fuchs eingekehrt wurde.

Bericht: Elmar Hartl u. Helmut Stampka

Fotos: Marita Schiller